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Tora
ââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââ
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Die Tora (auch Thora, Torah; IPA: [], oder []cite-ref-1[1]; in der aschkenasischen Aussprache Tauro, Tauroh, auf Jiddisch Tojre) ist der erste Teil des Tanach, der hebräischen Bibel. Sie besteht aus fĂźnf BĂźchern, weshalb sie im Judentum auch chamischa chumsche tora âDie fĂźnf FĂźnftel der Toraâ genannt wird. Die griechische Bezeichnung ΠξνĎÎŹĎÎľĎ
ĎÎżĎ PentĂĄteuchos, deutsch âFĂźnfbuchâ ergab den in der Fachliteratur gängigen Begriff Pentateuch. In deutschen BibelĂźbersetzungen reformatorischer Tradition bezeichnet man diese Schriftengruppe als die fĂźnf BĂźcher Mose.
Contents
⢠Die Torarolle
⢠Wissenswertes
⢠Literatur
⢠Siehe auch
⢠Weblinks
⢠Einzelnachweise
ââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââ
Begriffsbestimmung
Bedeutungsspektrum von âToraâ
Tora ist ein SchlĂźsselbegriff der Hebräischen Bibel. Mit der jeweiligen Ăbersetzung ins Deutsche fallen auch Vorentscheidungen, wie die Tora vom Leserpublikum wahrgenommen werden soll. Das hebräische Wort ת֟×Öš×¨Ö¸× tĂ´rÄh ist abgeleitet von der Verbalwurzel ××¨× j-r-h (Hifil) mit der Bedeutung âlehren, unterweisenâ. Im Anschluss an Martin Bubers Verdeutschung verwenden zum Beispiel die ZĂźrcher Bibel und die EinheitsĂźbersetzung den Begriff Weisung. Dieser bringt sehr gut die weisheitliche Dimension von tĂ´rÄh zum Ausdruck. Die antike jĂźdische Ăbersetzung ins Griechische (Septuaginta) wählte νĎÎźÎżĎ nĂłmos, âGesetzâ, und in dieser Tradition stehend ist âGesetzâ auch der Begriff der Lutherbibel.cite-ref-2[2]
Jedoch wird der Begriff Tora in vielen Bedeutungen gebraucht. Die engste bezeichnet die fĂźnf BĂźcher Mose. In einer weiteren Bedeutung bezeichnet âToraâ pars pro toto den gesamten Tanach, also sowohl die Tora (Weisung) im engeren Sinne als auch die Neviâim (ProphetenbĂźcher) und die Ketuvim (Schriften).
Die Torarolle
Mit dem Begriff Tora wird auch die Torarolle bezeichnet. Dies ist eine handgeschriebene Rolle aus Pergament mit dem unvokalisierten hebräischen Text der fĂźnf BĂźcher Mose. Die Ăśffentliche Toravorlesung erfolgt in Form einer Kantillation mit vorgeschriebenen Teamim (hebräisch ×ע×××). Alle Kapitel (פר׊×ת Paraschot) werden Ăźber ein Jahr verteilt gelesen. Am jĂźdischen Feiertag Simchat Tora (hebräisch ׊ִ××Ö°×֡ת ת֟×Öš×¨Ö¸× Freude der Tora), zum Abschluss des LaubhĂźttenfestes, folgt auf die Lesung des letzten Abschnitts des fĂźnften Buches Mose der Vortrag der SchĂśpfungsgeschichte aus dem ersten Buch Mose.
Eine Torarolle fßr den Gottesdienstgebrauch muss per Hand von einem Sofer, einem speziell dafßr ausgebildeten Schreiber, geschrieben werden. Das Schreiben einer Torarolle benÜtigt etwa ein Jahr und ist deshalb entsprechend teuer. Die letzten Buchstaben dßrfen von ausgesuchten Anwesenden geschrieben werden. Der jeweilige Buchstabe ist dabei mit einem feinen Bleistift in seinen Umrissen vorgezeichnet und wird dann mit Tinte mittels einer Gänsefeder ausgefßllt. Der Sofer kann dies auch stellvertretend fßr die jeweilige Person durchfßhren, die währenddessen symbolisch die Torarolle an ihrem Griff hält. Danach wird die Torarolle in einer Prozession an ihren neuen Ort gebracht.
Die Rabbiner entwickelten seit der Antike ein Regelwerk fĂźr das Schreiben einer Torarolle, das sowohl eine ideologische als auch eine ästhetische Dimension hatte. Die wirkungsvollste Vorschrift war die, den kompletten Pentateuch auf eine Rolle zu schreiben. Das lieĂ sich nur mit einer relativ groĂen, schweren Rolle realisieren, und eine solche Buchrolle war kaum geeignet zum normalen Lesen auĂerhalb des Gottesdienstes. So wurde aus einer in der Antike Ăźblichen Buchform ein heiliges Objekt.cite-ref-3[3]
Die Torarolle steht geschmĂźckt im Toraschrein (×ָר×Öš× ×ָק××֜׊ ÄrĹn hÄ-QodĂŚĹĄ). Dazu gehĂśren רִ×Öź×Öš× Ö´×Ö´× Rimonim, äuĂere bekrĂśnende Aufsätze der beiden hĂślzernen Rollstäbe. Neben dem Tora-Schild gehĂśren Torawimpel, Toramantel und Torazeiger zu den SchmuckstĂźcken der Tora.cite-ref-4[4] Zur Lesung werden die SchmuckstĂźcke abgenommen. Die Toravorlesungen (ע××× ×ת××¨× Alijah laTorah) in der Synagoge erfolgen an Montagen, Donnerstagen, Schabbatot und Feiertagen. Vorgeschrieben ist dabei die Anwesenheit eines Minjans, von mindestens zehn im religiĂśsen Sinne mĂźndigen Juden.
Obwohl mittelalterliche Werke wie etwa Maimonidesâ Mischne Tora (mit dem Kapitel Hilchot Sefer Tora) den Eindruck erwecken, dass der Text der Tora genau fixiert war, hat die Forschung gezeigt, dass es vier Texttraditionen gab: die aschkenasische, die sefardische, die nahĂśstliche und die jemenitische. Es gab Unterschiede des Schreibmaterials (Feder oder Schreibrohr) und teilweise als Folge davon unterschiedliche Buchstabenformen. Anscheinend befolgten die Schreibergilden damals ihre eigenen Traditionen, die sich zum Teil von den Regelungen, die Rabbiner festsetzten, unterschieden. Die Schriften, die ein moderner Sofer STaM verwendet, gehen bis ins 16. Jahrhundert zurĂźck.cite-ref-5[5] âSTaMâ ist ein Akronym und setzt sich aus den Anfangsbuchstaben der Begriffe âSefer Toraâ, âTefillinâ und âMesusaâ zusammen, die der Sofer herstellt.
Bei guter Aufbewahrung kann eine Torarolle mehrere hundert Jahre rituell brauchbar bleiben. Die älteste existierende, komplett erhaltene Torarolle wurde zwischen 1155 und 1255 geschrieben, vermutlich im Vorderen Orient. Sie war dann im Gebrauch der jßdischen Gemeinde in Bologna und wird heute in der dortigen Universitätsbibliothek verwahrt.cite-ref-6[6] Torarollen, die mechanisch, durch Abnutzung oder hohes Alter (Materialermßdung) beschädigt und somit unbrauchbar geworden sind, werden aus Respekt nicht einfach weggeworfen oder verbrannt, sondern in einer Geniza aufbewahrt oder auf einem jßdischen Friedhof begraben.
Die mĂźndliche Tora
Die âmĂźndliche Toraâ ist ein Grundkonzept des rabbinischen Judentums: Gottes Offenbarung am Sinai umfasste nicht nur die schriftliche Tora, sondern auch deren mĂźndlich Ăźberlieferte Auslegung, die die schriftliche Tora jeweils aktualisiert und damit auf verschiedene Lebenssituationen anwendbar machte.cite-ref-7[7] Neben dieser Vorstellung zweier gleich ursprĂźnglicher Torot gibt es das andere Konzept, wonach die Halacha durch Methoden der Bibelauslegung aus der schriftlichen Tora abgeleitet wurde. Aus heutiger Sicht lassen sich drei verschiedene Arten von Halacha unterscheiden:cite-ref-8[8]
⢠Gebote, die aus der jßdischen Bibel (Tanach) abgeleitet sind;
⢠Gebote, die unabhängig von der Bibel bestehen;
⢠Gebote, die unabhängig von der Bibel sind, aber nachträglich eine biblische Begrßndung erhielten.
Das Phänomen, dass einige Bereiche der Halacha eine schmale Basis in der schriftlichen Tora haben, war fĂźr die Rabbinen offensichtlich: âDie LĂśsung der GelĂźbde (Num 30,3â16 ) schwebt in der Luft und hat nichts, worauf sie sich stĂźtzen kann. Die Satzungen Ăźber den Sabbat, die Festopfer und Ăźber die Veruntreuungen (Lev 5,14â16 ), siehe, die sind wie Berge, die an einem Haar hängen, denn sie bestehen aus wenigen Schriftworten und zahlreichen Bestimmungen. Die Rechtspflege und die Opfergesetze, die Vorschriften Ăźber Reinheit und Unreinheit und Ăźber Blutschande haben (etwas), worauf sie sich stĂźtzen kĂśnnen. Diese sind die HauptstĂźcke der Tora.âcite-ref-9[9]
Um das Jahr 200 n. Chr. wurde das ganze bis dahin entwickelte Religionsgesetz in ein System von sechs Ordnungen gebracht und in einer Rabbi Jehuda ha-Nasi zugeschriebenen Sammlung schriftlich fixiert.cite-ref-10[10] Man sieht hier das unterschiedliche Verhältnis der halachischen Stoffe zur schriftlichen Tora; Beispiele:cite-ref-11[11]
⢠Die 5. Ordnung der Mischna (Kodaschim, âHeiligesâ) ist weithin ein Kommentar zu den kultischen Vorschriften der Tora, aber mit Ausnahme der Traktate Tamid und Middot, die Beschreibungen von Ritualen und baulichen Details des Herodianischen Tempels enthalten.
⢠Die 6. Ordnung der Mischna (Toharot, âReinheitenâ) entwickelt Regeln fĂźr den Umgang mit kultischer Unreinheit, die von anderen Prämissen ausgehen als die schriftliche Tora, zum Beispiel dass die Reinheitsvorschriften nicht nur im Kontext des Tempelbesuchs, sondern auch im normalen Alltag gelten.
Diese erste schriftliche Fixierung der mßndlichen Tora, die Mischna, wurde zum Standardkanon. Mit dem Namen Jehuda ha-Nasi ist im Geschichtsbild der rabbinischen Literatur der Abschluss einer Epoche verbunden; trotzdem wurde die Mischna in ihrem Bestand auch nach dem Tod Jehuda ha-Nasis ergänzt.cite-ref-12[12]
Die Mischna wird ausfĂźhrlich in den Talmuden diskutiert und erklärt. Talmud ist die Bezeichnung fĂźr das gesamte Werk, das aus Mischna und deren Diskussion (Gemara) besteht; es gibt einen Babylonischen Talmud und einen Jerusalemer Talmud. Die Gemara wurde bis zum 6. Jahrhundert schriftlich fixiert. Im Talmud finden sich Ăberlegungen zur Zahl der Mitzwot, die im Gegensatz zu konkreten religionsgesetzlichen Entscheiden, den Halachot, als ewig gelten. Die klassische Formulierung, wonach es 613 Ge- und Verbote gebe (365 Verbote, nach den Tagen des Jahres, und 248 positive Gebote, nach der Zahl der âKnochenâ des menschlichen KĂśrpers), steht im Babylonischen Talmud (Makkot 23b) und wird dort Rabbi Simlai (3. Jahrhundert) zugeschrieben. Aber noch wurde diese Zahl nicht durch eine entsprechende Liste von Mitzwot konkretisiert. Das unternahm erstmals das Kompendium Halachot Gedolot (9. Jahrhundert).cite-ref-13[13]
Pentateuch und Chumasch
Pentateuch (ΠξνĎÎŹĎÎľĎ
ĎÎżĎ) ist die griechische Bezeichnung fĂźr die fĂźnf BĂźcher Mose. Sie leitet sich her von altgriechisch ĎÎνĎÎľ pĂŠnte, deutsch âfĂźnfâ, und altgriechisch ĎξῌĎÎżĎ teĹŠchos, deutsch âGefäĂâ, also âFĂźnfgefäĂâ. Der Begriff stammt von den KrĂźgen, in denen Schriftrollen aufbewahrt wurden. Deren Umfang bestimmte auch seine Einteilung in fĂźnf âBĂźcherâ (βΚβΝίι biblĂa). Der griechische Begriff wird auch im Lateinischen (Pentateuchus) Ăźbernommen und ist bis heute in der Wissenschaft gebräuchlich. Die hebräische Entsprechung fĂźr Pentateuch ist Chumasch, ebenfalls von âfĂźnfâ abgeleitet. Ein Chumasch enthält neben dem hebräischen Text eine Ăbersetzung in die Landessprache und meist einen erklärenden Kommentar.
Die fĂźnf BĂźcher Mose
In den von Luthers BibelĂźbersetzung geprägten christlichen Ăbersetzungen der Bibel in das Deutsche bildet der Pentateuch unter der Benennung die fĂźnf BĂźcher Mose den ersten Teil des Alten Testaments. Der Begriff leitet sich von der traditionellen Vorstellung her, Mose sei der Verfasser der Tora. Im Katholizismus ist die Benennung unĂźblich, in katholischen Bibeln wird sie nicht verwandt.
Bezeichnungen der einzelnen BĂźcher
Die Tora bzw. der Pentateuch ist im Hebräischen und im Griechischen in fĂźnf BĂźcher eingeteilt. Diese Einteilung war eine praktische Konsequenz aus der begrenzten GrĂśĂe der antiken Schriftrollen aus Papyrus oder Pergament. Aber darĂźber hinaus erfolgte die Verteilung des Stoffs auf fĂźnf BĂźchern auch nach inhaltlichen Kriterien, wie man an der unterschiedlichen Textmenge sieht: Das Buch Genesis ist mehr als doppelt so lang wie Levitikus. Insofern haben die fĂźnf BĂźcher ihr je eigenes Profil.cite-ref-14[14]
Diese werden im Hebräischen nach den ersten hebräischen Worten des jeweiligen Textes (Incipit), in der griechischen Septuaginta nach ihren zentralen Themen benannt; in der Lutherbibel und anderen evangelischen Bibelßbersetzungen werden die Bßcher nach dem traditionellen Verfasser als 1. bis 5. Buch Mose bezeichnet. In der Fachliteratur sind die lateinischen Buchtitel ßblich.
| Buch | Abkßrzung | Hebräisch | Hebräischer Anfangssatz (kursiv: dem Anfangssatz entnommener Buchtitel) | Griechisch / Latein | Bedeutung (Griechisch) |
|---|---|---|---|---|---|
| Genesis | Gen | ×ְ֟ר־×׊ִ××ת (b É reʞťÎt) | Im Anfang schuf ⌠| ÎÎνξĎÎšĎ (GĂŠnesis) / Genesis | âEntstehungâ [ 15 ] |
| Exodus | Ex | ׊ְ×××֚ת (ĹĄ É mĂ´t) | Dies sind die Namen der Israeliten in Ăgypten ⌠| áźÎžÎżÎ´ÎżĎ (Ăxodos) / Exodus | âAuszugâ (der Israeliten aus Ăgypten) |
| Levitikus | Lev | ×Öˇ×Ö´Öź×§Ö°×¨Ö¸× (wajjÄŤqrÄĘž) | Und es rief JHWH den Mose ⌠| ÎÎľĎ
ΚĎΚϰĎν (LevitikĂłn) / Leviticus | âLevitischesâ (Buch) [ 16 ] |
| Numeri | Num | ×Ö°Öź×Ö´×Ö°×֡֟ר (b É midbar) | Und es redete JHWH in der WĂźste ⌠| áźĎΚĎΟοί (ArithmoĂ) / Numeri | âZahlenâ (der Israeliten) [ 17 ] |
| Deuteronomium | Dtn | ×Ö°Öź×ָרִ×× (d É á¸ÄrĂŽm) | Dies sind die Worte Moses zu den Israeliten⌠| ÎÎľĎ
ĎÎľĎονĎΟΚον (DeuteronĂłmion) / Deuteronomium | âWiederholung des Gesetzesâ [ 18 ] |
Inhalte der fĂźnf BĂźcher
Komposition des Pentateuch
Als literarisches Werk ist die Tora ein komplexes Gebilde: der Leser stĂśĂt hier auf die Spuren einer langen Entstehungsgeschichte. Trotzdem ist es mĂśglich, den jetzt vorliegenden Endtext als planvolle Komposition zu lesen (âclose readingâ).cite-ref-1-19-0[19]
Die Tora macht einen groĂen erzählerischen Bogen:
⢠Sie beginnt in der Genesis mit der SchĂśpfung und der Urzeit (1â11). Es folgen die Wanderungen der Erzeltern: Abraham und Sara, Isaak und Rebekka, Jakob mit Lea und Rahel. Die Josefsgeschichte (37â50) fĂźhrt die Familie Jakobs nach Ăgypten.
⢠Mit dem Beginn des Buchs Exodus ist die Familie Jakobs zum Volk der Israeliten geworden. In Ex 2 wird Mose geboren, der bis zu seinem Tod in Dtn 34 die Hauptperson des Pentateuch ist, der insofern auch als Biografie des Mose (mit Vorgeschichte) gelesen werden kĂśnnte.cite-ref-1-19-1[19] Mose fĂźhrt die Israeliten mit gĂśttlicher Hilfe aus ägyptischer Sklaverei in die Freiheit (1â15); sie wandern durch die WĂźste zum Berg Sinai. Hier erfolgen umfangreiche Offenbarungen der gĂśttlichen Weisung, vor allem die Zehn Gebote (20, 2â17), aber auch das Bundesbuch sowie Anweisungen Ăźber den Bau eines transportablen Heiligtums (Mischkan) und die Einsetzung des Kultpersonals (Kohanim).
⢠Das Buch Levitikus ist geprägt von kultischen Stoffen: der Opfer-Tora (1â7), der Reinheits-Tora (11â15), dem Ritual des VersĂśhnungstags (Kap.16). Es folgt in 17â26 das Heiligkeitsgesetz; ein Kapitel Ăźber GelĂźbde und Zehnt schlieĂt das Buch ab.
⢠Das Buch Numeri enthält kultische Materialien. In Kap 10 erfolgt der Aufbruch vom Sinai; die Erzählung der folgenden Wanderung durch die Wßste und der ersten kriegerischen Aktionen im Ostjordanland ist untermischt mit kultischen und juristischen Weisungen.
⢠Das Buch Deuteronomium enthält die Abschiedsreden des Mose. Um einen zentralen juristischen Teil (12â26) legt sich als Rahmen eine Art Predigt des Mose, in der dieser vor seinem Tod fĂźr die Befolgung der Gebote wirbt. Innerhalb dieser Mosepredigt werden die Zehn Gebote wiederholt und das Schma Jisrael mitgeteilt, zwei zentrale Texte, die dem Gesetzeskorpus vorgeschaltet sind.
Erzählungen verknßpft mit Weisungen
Sehr charakteristisch fßr den Pentateuch ist, wie in die Erzählung von der Urzeit, den Wanderungen der Erzeltern und des Volkes Israel immer wieder religiÜs-rechtliche und kultische Weisungen eingefßgt sind, die mit dem Fortgang der Handlung verbunden sind. Das fällt im Buch Numeri besonders auf, ist aber auch schon in der Genesis anzutreffen:cite-ref-20[20]
⢠Weisung fßr Noach: Verbot des Blutgenusses (Gen 9,4 ff.);
⢠Weisung fßr Abraham: Gebot der Knabenbeschneidung (Gen 17,10 ff.).
Spuren in die folgenden historischen BĂźcher
Von der sogenannten âLandnahme der Israelitenâ (Albrecht Alt) berichtet die Tora nicht mehr; dieser Erzählbogen wird im Buch Josua weitergefĂźhrt. Das ist nur ein Motiv, mit dem der Pentateuch auf die nachfolgenden historischen BĂźcher vorausweist; es gibt weitere: Die Erzählung vom Goldenen Kalb (Ex 32â34) ist das Urbild der âSĂźnde Jerobeamsâ (1 KĂśn 12), also des falschen JHWH-Kultes im Nordreich Israel, der das negative Urteil Ăźber alle Herrscher des Nordreichs in den KĂśnigebĂźchern begrĂźndet. Die Erzählung der Gottesoffenbarung, die Elija auf der Flucht am Berg Horeb zuteilwird (1 KĂśn 19), setzt beim Leser die Kenntnis der Sinaioffenbarung im Buch Exodus voraus.cite-ref-21[21]
Abschluss des Pentateuch
schriftversion Die Verschriftlichung der Tora erfolgte in einem langen Ăberlieferungsprozess, in dem unterschiedliche Quellen und verschiedene redaktionelle Bearbeitungen Eingang gefunden haben. Wann das genau geschah, ist umstritten, lediglich die Zeit, wann dieser Prozess spätestens endete, ist greifbar, siehe unten.
Die älteste erhaltene Pentateuchhandschrift gehĂśrt zu den Schriftrollen vom Toten Meer und wird bezeichnet als 4Q17 (=4QExodâLevf). Sie wird in die hellenistische Zeit datiert (Mitte 3. Jahrhundert v. Chr.). Diese Handschrift zeigt eine Tendenz zu Harmonisierungen, wie er fĂźr die prä-samaritanische Texttradition typisch ist: WidersprĂźche und LĂźcken im Text werden ausgeglichen, so dass ein mĂśglichst gut verständlicher Text entsteht (siehe hierzu: Samaritanischer Pentateuch). Unter der Annahme, dass dies eine Bearbeitung eines vorausliegenden, schwierigeren Textes war (nämlich des proto-masoretischen Textes), liegt es nahe, dass der Text des Pentateuch schon einige Zeit im Umlauf war und mehrfach abgeschrieben wurde, so dass sich bei den Kopisten unterschiedliche âTrendsâ herausbildeten. Das deutet auf die Formierung des Pentateuch spätestens Mitte des 4. Jahrhunderts hin.cite-ref-22[22]
Ăbersetzung ins Griechische
Ein weiterer terminus ante quem fĂźr den Abschluss des Pentateuch ist die Ăbersetzung ins Griechische. Als erstes Buch wurde die Genesis Ăźbersetzt, und zwar im 3. Jahrhundert v. Chr., wahrscheinlich in Alexandria. Der Vergleich mit dem Masoretischen Text zeigt ein komplexes Bild: Mal scheint der Ăbersetzer mit dem Stoff gut vertraut (etwa bei der Josefsgeschichte, die offenbar beliebt war) und Ăźbersetzt recht frei, dann wieder scheint er den Inhalt nicht so gut zu kennen und tastet sich voran, was eine sehr wĂśrtliche, aber auch fehlerhafte Ăbersetzung ergibt. Stellt man diese Faktoren in Rechnung, gibt es Indizien, dass ihm ein hebräischer Text vorlag, der sich sowohl vom proto-masoretischen als auch vom prä-samaritanischen Text â zwar nicht grundsätzlich, jedoch in Details â unterschied.cite-ref-23[23]
Die Ăbersetzung des Buchs Exodus ins Griechische war vor 210 v. Chr. abgeschlossen und sticht unter den BĂźchern der Septuaginta durch die souveräne Beherrschung des Griechischen hervor. Dass sie in Ăgypten entstand, zeigt sich daran, dass statt âNilâ in der Septuaginta-Version des Buchs Exodus stets âder Flussâ steht.cite-ref-24[24]
Die Ăbersetzung von Levitikus ist sprachlich unauffälliger, sie strebt gute Verständlichkeit an, versucht aber auch Eigenheiten des Hebräischen zu erhalten. Eine wichtige Besonderheit ist die Ăbersetzung von Lev 24,16: Hier wird nicht nur das Fluchen mit dem Gottesnamen streng verboten, sondern Ăźberhaupt jedes Aussprechen des Tetragramms. Die Septuaginta setzt fĂźr JHWH das Ersatzwort ÎşĎĎÎšÎżĎ kĂ˝rios, âHerrâ ein; in dieser Tradition findet sich die Schreibweise HERR in deutschen BibelĂźbersetzungen.cite-ref-25[25]
Die Ăbersetzung von Numeri gilt als die schwächste innerhalb des Pentateuch. Es gibt allerlei Fehler und grammatische Unsicherheiten; Details des Jerusalemer Kultus, die man in Alexandria nicht gut kannte, werden nachlässig wiedergegeben.cite-ref-26[26]
Das Buch Deuteronomium ist wieder eine eng am hebräischen Text bleibende Ăbersetzung. Hier fällt auf, dass der Ăbersetzer bereits eine griechische Fassung des Schma Israel vorfand. Deshalb wurde dieser zentrale liturgische Text nicht neu Ăźbersetzt, sondern in der Fassung eingefĂźgt, wie er im ägyptischen Diaspora-Judentum bereits bekannt war.cite-ref-27[27]
Die Bedeutung der Tora im Judentum
Innerhalb des Judentums ist die herausragende Bedeutung der Tora unstrittig, da sie zur Grundlage fĂźr die religionsgesetzliche (halachische) Auslegung des rabbinischen Judentums wurde. Allerdings darf nicht Ăźbersehen werden, dass im weiteren Verlauf der jĂźdischen Geschichte nicht die Tora im Mittelpunkt des rabbinischen Interesses lag, sondern die religionsgesetzliche Diskussion, wie sie im Talmud zum Prinzip geworden ist. Zwar entstanden zum Text der Tora Midraschim, die im weitesten Sinn eine Auslegung der Tora darstellen, doch waren die rabbinischen Autoritäten an der halachischen Diskussion und später an der Festlegung halachischer Standards interessiert. Der Torakommentar von Raschi (1040â1105) geht in der Regel vom Peschat aus, das heiĂt der âeinfachenâ, wĂśrtlichen Textbedeutung (siehe unten), und ist bis heute fĂźr das Studium der Tora von wegweisender Bedeutung.
Die offenbarte und verborgene Dimension
Im orthodoxen Verständnis hat die Tora zwei Dimensionen â eine offenbarte und eine verborgene. Die offenbarte Dimension enthält die Gesetze der Tora, die ein Ausdruck des Willens Gottes sind. Im Hebräischen heiĂt dieser Aspekt Gufe(j) Tora (âKĂśrper der Toraâ) oder Nigleh, die âoffenbarte Dimensionâ. Neben dem âKĂśrperâ der Tora gibt es auch die âSeeleâ der Tora â die mystische Dimension. Sie birgt Einsichten Ăźber die gĂśttliche Existenz und ihre Offenbarung, den SchĂśpfungsprozess und das Wesen der menschlichen Seele. Im Hebräischen wird dieser Aspekt auch Sitre(j) Tora genannt, die âGeheimnisse der Toraâ, oder Nistar, die âverborgene Dimensionâ.
Die vier Bedeutungsebenen der Tora
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Hauptartikel
:
PaRDeS
Die unterschiedlichen Bedeutungsebenen der Tora werden in der orthodoxen Auffassung in vier allgemeine Kategorien geteilt:
⢠Peschat ist die wĂśrtliche, einfache Bedeutung des Verses. Der Vers (Gen. 1:1) âIm Anfang schuf Gott den Himmel und die Erdeâ bedeutet demnach, dass Gott im Anfang den Himmel und die Erde schuf.
⢠Remes sind die Hinweise und indirekten Bezugnahmen der Tora. Die Gematria etwa, der numerische Wert der hebräischen Buchstaben, ist eine der Methoden der Tora, auf Zusammenhänge hinzuweisen. Die Gematria von bereschit bara âIm Anfang schuf (Er)â ist identisch mit der von bârosch haâschana nivra haâolam âan Rosch ha-Schana wurde die Welt geschaffenâ, erklärt beispielsweise der mittelalterliche Bibelkommentator Jakob ben Ascher (etwa 1275â1349).
⢠Drasch legt die abstrakte Bedeutung des Verses offen. Das hebräische Wort fĂźr âIm Anfangâ ist bereschit. Wie der Midrasch ausfĂźhrt, kann dieses Wort in zwei geteilt werden: b â reschit. Damit will der Vers sagen, dass die Welt fĂźr die zwei (im Hebräischen der Buchstabe b) reschit (âAnfangâ, âErsterâ) geschaffen wurde â das jĂźdische Volk und die Tora (siehe den Kommentar von Raschi zur Stelle).
⢠Sod (hebr. âGeheimnisâ) ist der mystische Teil der Tora. Dem kabbalistischen Tikkune Sohar zufolge kann das Wort bereschit gelesen werden als bara schit âgeschaffen (mit) sechsâ und drĂźckt damit aus, dass Gott die Welt mit sechs emotionellen Attributen (hebr. âMiddotâ) schuf: Liebe, Strenge, Harmonie, Ambition, Herrlichkeit und Verbund (siehe Sephiroth).
Aber auch innerhalb dieser vier Ebenen gibt es verschiedene Interpretationen der Tora. Auf der Ebene des Peschat etwa kennt das Judentum nicht eine, sondern mehrere Autoritäten (Raschi, Abraham ibn Esra, Samuel ben Meir und viele mehr). Und trotz einheitlicher Grundausrichtung auf die wÜrtliche Interpretation kommen sie zu unterschiedlichen Lehrmeinungen ßber die einzelnen Verse und Ereignisse.
Orthodoxes Toraverständnis
Der grundlegende Unterschied zwischen orthodoxem Judentum und den nicht-orthodoxen StrĂśmungen (liberales Judentum und konservatives Judentum) ist das Verständnis der Offenbarung. Die orthodoxe Tradition ist in sich vielfältig. Eine Denkrichtung betont, dass die Tora (im Sinne von den Pentateuch) als Gotteswort dem Mose am Berg Sinai von Gott selbst gegeben worden sei. Es wird in einigen orthodoxen Kreisen durchaus eingeräumt, dass sich in der Tradierung des Gotteswortes hier und da einige Schreibfehler eingeschlichen haben kĂśnnten, das fechte die Tatsache, dass die Tora das Wort Gottes sei, jedoch nicht an. So ist dem orthodoxen Standpunkt ein Satz wie âDa erschuf Gott den Menschen in seinem Ebenbilde âŚâ (Gen 1,28) eine Tatsache, da das Wort Gottes per definitionem die Wahrheit selbst ist. Dies impliziert auch, dass jedes Wort der Tora einen Sinn haben muss, da kein Buchstabe Gottes Wortes ĂźberflĂźssig sein kĂśnne. Wo die modernen Wissenschaften mit dem Tanach in Widerspruch stĂźnden, wĂźrde sich einmal zeigen, dass sie sich irrten.
FĂźr eine andere Richtung steht Jeschajahu Leibowitz: âDie Glaubensbasis ist unsere mĂźndliche Tora â von Menschen geschaffen; sie ist zugleich die uns verpflichtende Tora. ⌠Wir glauben, dass die menschlichen Entscheidungen identisch mit den Entscheidungen von Glauben und Religion sind. ⌠Die mĂźndliche Tora ist einerseits ohne Zweifel ein menschliches Produkt, andererseits akzeptieren wir sie als die gĂśttliche Tora; die Tora, die wir selbst geschrieben haben, ist die gĂśttliche Tora!âcite-ref-28[28] Daraus leitete Leibowitz eine Verpflichtung der Toragelehrten ab, halachische Fragen der modernen Welt anzugehen und die mĂźndliche Tora weiterzuentwickeln.
Liberales Toraverständnis
Das liberale Judentum sieht die Tora als einen fortschreitenden Dialog des Volkes Gottes mit seinem Gott. Das Grundlagendokument Reform Judaism: A Centenary Perspective formulierte es 1976 so: âTora entsteht aus der Beziehung zwischen Gott und dem jĂźdischen Volk. Die Dokumente unserer ersten Begegnung haben fĂźr uns einzigartige Bedeutung.â Gesetzgeber und Propheten, Historiker und Poeten (also Menschen) schufen demnach ein Erbe, das zu studieren eine Verpflichtung und das zu praktizieren ein Weg zur Heiligkeit sei. Begabte Juden in jeder Generation reicherten die Tora-Tradition weiter an. So werde die Tora fortwährend erschaffen, ein Prozess, der sich auch in die Zukunft weiter fortsetze.cite-ref-29[29] Der Akzent liegt auf der menschlichen Kreativität, mit der nicht nur Rabbiner an der Entfaltung der Tora mitwirken (ein Gedanke, der Wurzeln im traditionellen Judentum hat), sondern auch kĂźnstlerisch oder musikalisch begabte Menschen.cite-ref-30[30] Eugene Borowitz sieht eine Schwierigkeit des weiten liberalen Tora-Begriffs darin, dass Tora identifiziert werden kĂśnne mit Ausdrucksformen von Jiddischkeit oder einer etwas ethnisch akzentuierten universalen Ethik.cite-ref-31[31]
Im nicht-orthodoxen Judentum wird die Tora heute mit Hilfe erkenntnistheoretischer Kriterien gedeutet. Das Gewissen, die Vernunft, ethische Ăberlegungen, Erkenntnisse der Natur-, Geistes- und Sozialwissenschaften beschränken die Bedeutung und die Auswirkung der Gebote und Verbote der Tora.
Die Pittsburgh Platform (1885) unterschied grundlegend zwischen Teilen der Tradition, die immerwährende Bedeutung hätten (âdie Moralgesetze und die erhebenden und das Leben heiligenden Zeremonienâ), und solchen, die zeitbedingt und relativ seien, beispielsweise Speisegebote, priesterliche Reinheit und Kleidervorschriften.cite-ref-32[32] Diese Haltung macht es mĂśglich, die tradierte jĂźdische Rechtspraxis dort zu ändern, wo sie nach liberaler Auffassung den ethischen Normen des Judentums nicht mehr entspricht. Dazu zählen bestimmte Regeln in Bezug auf Scheidung, Mamser (also aus einer inzestuĂśsen oder ehebrecherischen Beziehung stammende Kinder), Kohanim (Priester), Homosexuelle usw. und vor allem die volle religiĂśse Gleichberechtigung von Frauen. Die AusfĂźhrung der Mitzwot wird in die verantwortliche Entscheidung des Einzelnen gestellt.
Die Tora im Christentum
Der Pentateuch im Alten Testament
Das Alte Testament (AT) ist dreigegliedert wie der Tanach. Der Pentateuch erÜffnet die christliche Bibel. Dabei bildet die Tora jedoch keine eigene Einheit, sondern ist meist mit den vorderen Propheten (Josua, Richter, Samuel, KÜnige) und den Bßchern Ruth, Chronik, Esra, Nehemia und Ester als Gruppe der Geschichtsbßcher sortiert. Die katholische Kirche zählt zu den Geschichtsbßchern noch die Bßcher Tobit und Judith, die nicht Teil der hebräischen Bibel sind.
In anderer Reihenfolge bezĂźglich des Tanach folgen im AT die Schriften (Ketuvim) und erst dann die hinteren Propheten (Neviâim). Mit der abweichenden Sortierung gehen im Christentum Abweichungen des Verständnisses des Pentateuchs einher. Die fĂźnf BĂźcher Mose werden nicht mehr als Lehre, Gesetz gelesen, sondern als GeschichtsbĂźcher. Es stehen im Christentum nicht mehr die Lehren und Gesetze im Vordergrund, sondern die VerheiĂungen â besonders die Abraham-VerheiĂung â und die Erzählungen von Gottes geschichtlichem Handeln.
Bedeutung und Bewertung
Da die christliche Kirche das Alte Testament (und damit auch die Tora) in ihren Kanon aufgenommen hatte, wurden inhaltliche Schwerpunkte der Tora wie SchÜpfung oder Nächstenliebe zum Allgemeingut der westlich-christlichen Kultur.
In der frĂźhchristlichen Theologie des Paulus erscheint allerdings als Gegenteil von Gnade auch das Gesetz (altgriechisch νĎÎźÎżĎ nĂłmos). Gemeint sind damit die Lehren und Traditionen des Judentums im Allgemeinen und im engeren Sinn die Tora. In diesem Zusammenhang erscheint Gnade als Besonderheit des Christentums, während vom Gesetz zumeist in abfälliger oder zumindest ablehnender Weise die Rede ist: Der Mensch kĂśnne durch das Gesetz nur einen Anschein von Rechtfertigung erlangen (Vorwurf des Versuchs der SelbsterlĂśsung), während es wahrhafte Rechtfertigung nur (vermittels des Glaubens) durch die freie Gnade Gottes gebe.
Daraus entwickelte sich ein hegemonistischer Diskurs der Mehrheits- Ăźber die Minderheitsreligion, wobei Christen stärker als Juden den legalistischen, kasuistischen Charakter der Tora betonten. Weitere Vorurteile waren âLohnmoralâ, âFormalismusâ, âLeiden unter dem Gesetzâ oder âUnerfĂźllbarkeitâ aller Einzelforderungen.cite-ref-stegemann263-33-0[33] Teils heute noch vielmals zitiert wird das âAuge-um-Auge-Prinzipâ, das nach allgemeiner Auffassung den Rachegedanken bediene, während eine genauere Analyse (auch mithilfe rabbinischer Klärungen) die Begrenzung von Schadenersatzforderungen beinhaltet.
Im 19. Jahrhundert wurde die Einschätzung des Judentums als Religion des Gesetzes auf die nachexilische Zeit verschoben. Nach Julius Wellhausen sei dann jĂźdische Identität alleine definiert worden durch Befolgung â heteronom und willkĂźrlich von Gott gesetzter â Vorschriften, nicht mehr durch die Erwählung Israels. Ed Parish Sanders brachte beides wieder zusammen und begrĂźndete eine Neue Perspektive auf Paulus mit. Heil werde auch nach jĂźdischer Vorstellung nicht durch GesetzeserfĂźllung erreicht, sondern sei im von Gott ausgehenden Bund begrĂźndet. Dieser verlange Gehorsam dem Gesetz gegenĂźber, aber auch bei Ăbertretungen sei es durch in der Tora vorgesehene SĂźhnemittel mĂśglich, im Bund zu verbleiben. Heute wird in der christlichen Theologie ein frĂźheres Zerrbild vom Mosegesetz weithin kritisiert, und jĂźdische Interpretationen der Tora werden stärker beachtet.cite-ref-34[34]
Die Tora im Islam
In seiner Grundhaltung und Weltanschauung verweist der Islam auf das Erbe der Propheten und auf den klaren Monotheismus Abrahams (Ibrahim). Judentum und Christentum gelten dem Islam als Religionen, die auch einen Anteil an der gĂśttlichen Offenbarung haben. Aus verschiedenen Suren des Korans, der heiligen Schrift der islamischen Glaubensgemeinschaften (3:3, 3:50, 3:65, 5:43 ff., 5:66 ff., 5:110, 7:157, 9:111, 48:29, 61:6, 62:5), ist bekannt, dass der QurĘžÄn (Koran) Wurzeln in der Tora (arabisch ŘŞŮعا؊, DMG taurÄh, auch als tawrah, tawrat oder taurat transkribiert) hat.
Einige Bestimmungen der Tora werden im Qurâan zitiert, so das Prinzip âAuge um Augeâ, welches aber relativiert wird:
âWir hatten ihnen darin vorgeschrieben: Leben um Leben, Auge um Auge, Nase um Nase, Ohr um Ohr und Zahn um Zahn; und fĂźr Verwundungen gerechte Vergeltung. Wer aber darauf verzichtet, dem soll das eine SĂźhne sein; und wer nicht nach dem richtet, was Allah herabgesandt hat â das sind die Ungerechten.â
â
Sure 5
:45
:
Ăbersetzung von Rasul
Gemäà dem Koran wird auch das Auftreten des Propheten Mohammed (Muhammad) in der Tora prophezeit:
âDies sind jene, die dem Gesandten, dem Propheten folgen, der des Lesens und Schreibens unkundig ist; dort in der Tora und im Evangelium werden sie Ăźber ihn (geschrieben) finden: er gebietet ihnen das Gute und verbietet ihnen das BĂśse, und er erlaubt ihnen die guten Dinge und verwehrt ihnen die schlechten, und er nimmt ihnen ihre Last hinweg und die Fesseln, die auf ihnen lagen. Diejenigen also, die an ihn glauben und ihn stärken und ihm helfen und dem Licht folgen, das mit ihm herabgesandt wurde, die sollen erfolgreich sein.â
â
Sure 7
:157
:
Ăbersetzung von Rasul
Nach geläufiger muslimischer Auffassung bezieht sich das auf 5 Mos 18,18 .
Obwohl die Tora wie auch das Evangelium im Koran als heilige Schriften erwähnt werden, werden sie von Muslimen jedoch kaum studiert, da nach islamischer Auffassung die Originale von Tora und Evangelium (Indschčl) verloren gegangen seien. So gelten die heutigen Versionen als verfälscht.
Aus muslimischer Sicht ist der Grund fĂźr die Ăhnlichkeiten zwischen Qurâan und Tora, dass in der Tora trotz Veränderungen im Laufe der Zeit durch menschlichen Einfluss immer noch Elemente der ursprĂźnglichen gĂśttlichen Offenbarung enthalten und somit in der letzten Offenbarung Gottes (Allah), dem Qurâan, wiederzufinden sind.
Forschungsgeschichte
Zweifel an der Autorschaft Moses
Der jßdische Talmud und das christliche Neue Testament schreiben diese fßnf Bßcher dem Mose zu und betrachten die Ereignisse von der SchÜpfung bis zur Landverteilung in Kanaan (Dtn 33) als direkte Offenbarung Gottes an ihn. Das 5. Buch Mose endet mit dem Kapitel ßber seinen Tod (Dtn 34), das der Talmud demgemäà seinem Nachfolger Josua zuschreibt. Mose habe diese Offenbarung zuvor schriftlich festgehalten. Sie sei dann bis auf unwesentliche Kopierfehler wortgetreu ßberliefert worden: Diese Ansicht vertreten heute noch das orthodoxe Judentum und teilweise evangelikale Christen und verschiedene Gruppen des fundamentalistischen Christentums.
Die Autorschaft des Mose wurde schon im Mittelalter angezweifelt. Der jĂźdische Gelehrte Ibn Esra bemerkte, dass die Schriften die Ereignisse ohne Ich-Erzähler darstellen und zwischen der Zeit des Mose und der Zeit des Erzählers oder der Erzähler unterscheiden. Er sah WidersprĂźche, die Mose als Schriftautor ausschlieĂen: So wird zum Beispiel Gen 12,6 die Zeit der Erzeltern dadurch charakterisiert, dass âdamals noch die Kanaaniter im Land warenâ. Das unterscheidet die Zeit der Erzeltern aber nicht von der Zeit des Mose, sondern nur von der späteren Zeit, als die Israeliten selbst das Land besiedelten. Daraus hat Ibn Esra gefolgert, dass der Erzähler, der diese Aussage formuliert hat, lange nach der Ansiedelung Israels im Land Kanaans gelebt hat. Ferner hielt Mose die Reden des 5. Buches nach Dtn 1,1 bis zu seinem Tod mĂźndlich, so dass sie bereits ein anderer aufgezeichnet haben mĂźsse.
Im 16. Jahrhundert bestritten Reformatoren wie Andreas Bodenstein die Autorschaft des Mose und sahen den Priester und Torakundigen Esra (etwa 440 v. Chr.) als Redaktor, der die fßnf Bßcher aus älteren Teilen der Tora zusammengestellt habe (Esra 7,6 ). Er erscheint auch im Talmud als Bearbeiter der Tora.
Thomas Hobbes stellte zahlreiche Aussagen aus dem Pentateuch zusammen, aber er sammelte nicht nur die Fakten, sondern zog auch den Schluss daraus, dass Mose nicht der alleinige Autor habe sein kĂśnnen.cite-ref-35[35]
Ebenfalls im 17. Jahrhundert verÜffentlichte Baruch de Spinoza die Beobachtungen Ibn Esras und leitete damit die historische Pentateuchkritik ein. Im Zuge der Aufklärung wurden dann verschiedene Theorien zur Entstehung des Pentateuch aufgestellt, auf denen die heutige Forschung aufbaut. Auf der Basis einer immer differenzierteren Textanalyse und neuerer archäologischer und altorientalistischer Forschungsergebnisse nehmen heute die meisten Forscher an, dass der Pentateuch seine redaktionelle Endgestalt erst nach dem babylonischen Exil im 5. Jahrhundert v. Chr. gewann. Sie wird auf die Priester in Israel, vor allem am Jerusalemer Tempel, zurßckgefßhrt. Seine ältesten, lange Zeit mßndlich ßberlieferten Stoffe reichen jedoch bis 1500 v. Chr. zurßck.
Um ca. 440 v. Chr. wurde der Pentateuch als Tora kanonisiert und bildet seitdem den Hauptteil des Tanach mit normativem Charakter fĂźr die jĂźdische Religion. Eine Motivation dafĂźr sieht die Forschung darin, einen Zusammenhalt der Volksstämme in Israel durch eine âdefinitiveâ Religion sicherzustellen und WidersprĂźche in älteren heterogenen Ăberlieferungen auszugleichen.
Geschichte der Pentateuchforschung
Mit der Aufklärung begann in Europa die historisch-kritische Erforschung der Bibel. Seit dem 18. Jahrhundert wurde die Bibel nicht mehr nur in ihrer Funktion als geoffenbartes Wort Gottes rezipiert, sondern auch in ihrer Gestalt als historisch gewachsenes Buch wahrgenommen und untersucht. Die historisch-kritische Forschung räumte ab dem 18. Jahrhundert auf mit der ßber Jahrhunderte geltenden Vorstellung, Mose sei der Autor des Pentateuch. Die Autorenschaft des Mose wurde u. a. deshalb bestritten, da Mose nicht ßber Dinge hätte berichten kÜnnen, die vor (WeltschÜpfung in Gen 1 f.) oder nach ihm (Tod des Mose in Dtn 34) geschehen waren.
Die frĂźhe Forschung beobachtete im gesamten Pentateuch verschiedene Unstimmigkeiten und Dopplungen, so zum Beispiel:
⢠zwei Berichte von der SchÜpfung der Welt und des Menschen mit zum Teil widersprßchlichen Aussagen: als Spezies durch das reine SchÜpferwort in Gen 1, als Mann durch ein TÜpferwerk Gottes, als Frau aus der Rippe des Mannes in Gen 2;
⢠mehrfache ätiologische Erklärung fßr das Heiligtum in Bet-El in Gen 12, 28 und 35.
⢠Wechsel zwischen den Begriffen âSinaiâ und âHorebâ.
Ăltere Urkundenhypothese
Bereits 1711 schloss der Hildesheimer Pfarrer Henning Bernhard Witter aus der Verschiedenheit der Gottesbezeichnungen in der SchĂśpfungsgeschichte auf zwei verschiedene Autoren in Gen 1,1 â 2,4 und Gen 2,5 â 3,24. Der erste dieser Autoren benutzte in Gen 1,1 â 2,4a den Gottestitel âElohimâ, der zweite in Gen 2,4b â 3,24 den Gottesnamen âJHWHâ. Witters Beobachtungen wurden jedoch lange nicht rezipiert.cite-ref-0-36-0[36]
Erst Jean Astruc baute die These Witters 1753 aus und stieĂ damit die kritische Forschung am Alten Testament an. Er rekonstruierte aus den MehrfachĂźberlieferungen innerhalb des Pentateuchs, vor allem der Genesis, zwei durchlaufende und zwei weitere kĂźrzere, ehedem selbständige Quellenschriften, die dem jetzigen Text zugrunde liegen. Diese Quellenschriften hätten je eigene Erzählungen der FrĂźhzeit Israels enthalten und seien von Mose in vier Kolumnen (Astruc nennt diese Quellenschriften A, B, C und D) zusammengestellt worden.cite-ref-37[37] Ein späterer, nachmosaischer Redaktor habe die vier Quellen ineinandergearbeitet (âredigiertâ).cite-ref-0-36-1[36]
In Deutschland weitete Johann Gottfried Eichhorn 1781 die These Astrucs auf den Textkomplex Gen 1 â Ex 2 aus und schied die Quellen in einen vormosaischen Elohist (benannt nach der Verwendung des Gottestitels âElohimâ) und einen nachmosaischen Jehowist (benannt nach der Verwendung des Gottesnamens âJHWHâ).cite-ref-38[38] Die Schreibung âJehowistâ entspricht der damaligen Lesung des Gottesnamens âJHWHâ, der bis ins 19. Jahrhundert als âJehova(h)â gelesen wurde.
Karl David Ilgen baute die These Eichhorns weiter aus, indem er noch eine Fragmentenquelle annahm und daher insgesamt drei Quellen unterschied.cite-ref-0-36-2[36] Forschungsgeschichtlich wurde diese Theorie unter der Bezeichnung Ăltere Urkundenhypothese (auch: Quellenhypothese) bekannt, da sie von mehreren (von der SchĂśpfung bis zur Landnahme reichenden) durchlaufenden Quellenschriften ausging, aus denen der heutige Textbestand des Pentateuchs zusammengearbeitet wurde.
Im 19. Jahrhundert entwickelten sich Gegentheorien, die die Entstehung des Pentateuchs anders zu rekonstruieren versuchten.
Fragmentenhypothese
Die so genannte Fragmentenhypothese ging von zahlreichen, ehedem selbständigen Erzählkränzen aus, die erst sukzessive zu einer Gesamterzählung zusammengearbeitet wurden. Unter einem Erzählkranz versteht die Forschung eine in sich geschlossene Gruppe von Episoden zu einem bestimmten Thema oder einer bestimmten Person, wie etwa die Erzählungen um den Stammvater Abraham oder die Sintflut. Vertreter der Fragmentenhypothese waren der englische Pastor Alexander Geddes sowie der deutsche Forscher Johann Severin Vater.cite-ref-0-36-3[36]
Ergänzungshypothese
Als eine Art Verbindung aus Urkunden- und Fragmentenhypothese entwickelte sich die Ergänzungshypothese (auch: Grundschrifthypothese), deren wichtigster Vertreter Wilhelm Martin Leberecht de Wette war. Nach seiner Rekonstruktion bestand die Genesis zunächst aus einer einzigen elohistischen Grundschrift oder Quelle (âElohim-Eposâ), in die ein jehowistischer Redaktor nach und nach einzelne, im Umlauf befindliche Erzählkränze einarbeitete.cite-ref-0-36-4[36] De Wette beobachtete auĂerdem die Doppelung vieler Gesetze in Ex 20â23 und Dtn 12â26. Er interpretierte diesen Befund als einen weiteren Hinweis auf verschiedene Autoren und Redaktoren innerhalb der ersten vier BĂźcher Mose (âTetrateuchâ) und des âDeuteronomiumsâ.
Neuere Urkundenhypothese
Ăber viele Jahre bestimmend wurde die so genannte Neuere Urkundenhypothese. Hermann Hupfeld identifizierte eine elohistische Grundschrift (= Priesterschrift), den Elohisten und den Jehowisten. Diese drei GrĂśĂen waren strikt vom Redaktor zu unterscheiden. Wilhelm Martin Leberecht de Wette und Eduard Riehm erkannten das eigene Profil des Deuteronomiums. Karl Heinrich Graf, Abraham Kuenen und vor allem Julius Wellhausen datierten die Quellenschriften des Pentateuch neu: âdie Spätdatierung von P und FrĂźhdatierung von J durch Wellhausen revolutionierten das Bild der Entstehung des Pentateuch und damit zusammenhängend der Geschichte Israels.âcite-ref-39[39]
Wellhausen formulierte in seinen Prolegomena zur Geschichte Israels (1886) die These, die Tora und das Buch Josua, die zusammen den sogenannten âHexateuchâ bilden, seien aus mehreren fortlaufenden literarischen Quellen zusammengesetzt. Diese lieĂen sich anhand verschiedener Merkmale, wie etwa der Wahl der Gottesbezeichnung, bestimmten Vorzugsvokabulars oder der theologischen Ausrichtung, unterscheiden.
Wellhausen unterscheidet vier Quellen:
⢠Elohist (E), aus der Zeit um 800 v. Chr. im Nordreich Israel
⢠(Ur)Deuteronomium (D), aus dem 7. Jahrhundert v. Chr. im Sßdreich Juda
⢠Priesterschrift (P), aus der Zeit um 550 v. Chr. (Zeit des babylonischen Exils)
In die jahwistische Quellenschrift (J) arbeitete ein Redaktor (RJE) aus der Zeit unmittelbar nach dem Untergang des Nordreiches Israel im Jahre 722 v. Chr. die elohistische Quelle (E) ein und schuf so das âJehowistische Geschichtswerkâ (JE). Dieses wurde dann in nachexilischer Zeit wiederum in die Priesterschrift eingearbeitet.cite-ref-41[41] SchlieĂlich wurde von einem weiteren Redaktor (nach Wellhausen mĂśglicherweise Esra) das Deuteronomium als eigene GrĂśĂe hinzugefĂźgt und so entstand der Pentateuch in seiner heutigen Gestalt. Wegen der vier von Wellhausen herausgearbeiteten Quellen wurde die Neuere Urkundenhypothese manchmal auch als âVierquellentheorieâ bezeichnet. Obwohl viele Schlussfolgerungen Wellhausens heute nicht mehr vertreten werden, bleibt seine These ein Meilenstein der alttestamentlichen Forschung.
Martin Noth baute die These Wellhausens zu Beginn des 20. Jahrhunderts weiter aus und verhalf ihr durch seine Ăberlieferungsgeschichtlichen Studien (1948) zu langjähriger Geltung und breiter Rezeption in der alttestamentlichen Forschung.
Den Forschungsstand zur Mitte des 20. Jahrhunderts fasste der Alttestamentler Gerhard von Rad folgendermaĂen zusammen:
âDie Verbindung der drei Geschichtswerke ist in der Weise erfolgt, dass man zunächst groĂe Teile des elohistischen Werkes in das des Jahwisten eingearbeitet und später â nachdem die Priesterschrift vorlag â den Stoff des kombinierten jahwistisch-elohistischen Werkes in den Rahmen der Priesterschrift hineingestellt hat. Dieser mehrfach gestufte Redaktionsprozess hat schlieĂlich zu jenem umfangreichen Erzählwerk am Anfang der Bibel gefĂźhrt, das von der Erschaffung der Welt bis hin zu der Sesshaftwerdung Israels in Palästina reicht.cite-ref-42[42]â
Aktuelle Forschung
Seit Beginn der 1970er Jahre wird die Neuere Urkundenhypothese zunehmend in Frage gestellt. Erst wurde die Existenz einer elohistischen Quellenschrift, dann die einer jahwistischen Quellenschrift in Frage gestellt (erstmals von Hans Heinrich Schmid). Bei J und E handelt es sich nach Ansicht der neueren Forschung insofern nicht um Quellen, als sie die Kriterien einer eigenständigen Quelle (sinnvoller Anfang, sinnvolles Ende, durchlaufender Erzählfaden und erkennbare Gesamtkonzeption) nicht erfßllen.
Daher geht die aktuelle Forschung meist nur noch von einer wirklichen Quelle innerhalb des Pentateuch aus, der Priesterschrift. Allein die Priesterschrift besitzt einen von der Erschaffung der Welt bis zur Landnahme reichenden, durchgehenden Erzählfaden. Sie zeichnet sich durch eine klar erkennbare theologische Linie und wiederkehrende Formulierungen aus. Alle anderen Texte, die zuvor J oder E zugewiesen wurden, werden heute in der Regel zu jĂźngeren Redaktionen gerechnet oder als ältere Einzeltraditionen angesehen, die keinen gesamten Geschichtsverlauf erzählen. Die Mehrzahl der neueren exegetischen EntwĂźrfe â etwa von Reinhard Gregor Kratz, Erhard Blum, Eckart Otto, Erich Zenger, Jan Christian Gertz, Konrad Schmid, Markus Witte â spricht bei diesen Texten daher einfach von vor- oder nicht-priesterschriftlichen Texten.cite-ref-43[43]
Das Deuteronomium ist und bleibt in der Forschung stets eine GrĂśĂe sui generis. Es nimmt sowohl fĂźr die Entstehungsgeschichte des Pentateuch wie fĂźr die Entstehungsgeschichte des sogenannten Deuteronomistischen Geschichtswerkes eine SchlĂźsselstellung ein. Ăber seine genaue Verortung (Abschluss des Pentateuch oder Beginn des Deuteronomistischen Geschichtswerkes?) ist die Wissenschaft uneins.cite-ref-44[44]
Die alttestamentliche Einleitungswissenschaft durchläuft momentan einen Paradigmenwechsel, da die jahrelang geltenden Datierungs- und Entstehungsmodelle nicht mehr tragen. Auch inhaltlich vollzieht sich ein Wandel im Verständnis des Pentateuch. So wird besonders die Figur des Mose als weithin redaktionelles Konstrukt verstanden, welches sekundär ganz verschiedene, ursprĂźnglich selbstständig Ăźberlieferte Traditionskomplexe miteinander verbinden soll: den Exodus Israels aus Ăgypten, den Zug durch die WĂźste, die Sinaioffenbarung und den Beginn der Landnahme.
Die lange als Musterbeispiel fßr die Quellentheorie verstandene Josefsgeschichte wird wegen ihrer formalen und thematischen Geschlossenheit in der heutigen Exegese als literarische Einheit verstanden, die aber Spuren literarischen Wachstums, d. h. redaktioneller Bearbeitung, aufweist.cite-ref-45[45] Harald Schweizer legte 1991 einen literarkritischen Entwurf vor, wie ein intakter, durchlaufender Erzählstrang literarkritisch zurßckgewonnen werden kann, der durch zahlreiche punktuelle redaktionelle Ergänzungen entstellt worden sei. Die ursprßngliche und kßnstlerisch hochstehende Erzählung sei durch Textmaterial in gleichem Umfang aufgebläht und verunstaltet worden.
MĂźnsteraner Pentateuchmodell
GroĂe Verbreitung hat in den letzten Jahren das sogenannte MĂźnsteraner Pentateuchmodell erfahren; es stellt jedoch keinen Konsens der aktuellen Forschung dar. Das Modell geht auf Erich Zenger zurĂźck. Zenger geht von drei Quellenschriften aus:
⢠Quelle JG = nichtpriesterliche Texte (ca. 700 v. Chr.)
⢠Quelle D = deuteronomistische Texte (vor 567 v. Chr.)
⢠Quelle P = priesterliche Texte (nach 520 v. Chr.).cite-ref-46[46]
Die Texte, die in diesen Quellen vereint sind, sind verschieden alt und haben eine komplizierte Entstehungsgeschichte. Die endgĂźltige Redaktion des Pentateuchs wird auf spätestens 400 v. Chr. geschätzt, da sich zu dieser Zeit die Samaritaner vom Jerusalemer Zentralheiligtum abspalteten und fĂźr sich nur die Tora, also den Pentateuch als Korpus heiliger Schriften anerkannten (siehe Samaritanischer Pentateuch). Somit muss die Entstehung des Pentateuchs zu dieser Zeit im GroĂen und Ganzen abgeschlossen gewesen sein.
Wissenswertes
⢠Wird die Tora im Synagogengottesdienst getragen oder gelesen, so wird sie nur an den beiden Holzstangen gehalten. Das Pergament wird mÜglichst nicht berßhrt, die Lektßre erfolgt mit Hilfe eines Zeigestabs. Somit bleibt die Schrift leserlich und erhalten, denn eine Tora wird sehr aufwändig von Hand geschrieben. Dazu wird ein speziell ausgebildeter Schreiber, der Sofer, beauftragt. Ein Sofer benÜtigt zum Schreiben einer Tora etwa ein volles Jahr. Handgeschriebene Torarollen gehÜren zum wertvollsten Inventar einer Synagoge.
⢠Die Tora wird in Synagogen in einem speziellen Schrein, dem Aron haKodesch, aufbewahrt. Meist ist dieser mit einer Tßr und einem Vorhang, der Parochet, verschlossen. Der Toraschrein wird während spezieller Gebete geÜffnet sowie zu Gelegenheiten, an denen aus der Torarolle gelesen wird. Die Rolle wird nach dem Gebrauch mit einer oft aufwendig verzierten Hßlle aus Stoff vor Licht und Staub geschßtzt und wieder im Schrein verstaut.
⢠Alle Zeilenbreiten und -längen sind durchgehend gleichbleibend.
⢠Die Tora enthält 304.805 Buchstaben, 79.976 WÜrter, 5.844 Verse. Mit den Zahlenwerten beschäftigt sich die Gematrie.
⢠Die Tora wurde weltweit seit 1815 rund 2,5 Milliarden Mal gedruckt.
Literatur
Historische EntwĂźrfe
⢠Henning Bernhard Witter: Jura Israelitarum in Palaestinam terram Chananaeam, commentatione perpetua in Genesin demonstrata. Hildesheim 1711.
⢠Jean Astruc: Conjectures sur les mĂŠmoires originaux, dont il paroit que Moyse sâest servi pour composer le livre de la Genèse. Bruxelles 1753.
⢠Johann Gottfried Eichhorn: Einleitung in das Alte Testament. 3 Bände, Leipzig 1780â1783.
⢠Alexander Geddes: The Holy Bible or the books accounted sacred by Jews and Christians. London 1792.
⢠Karl David Ilgen: Die Urkunden des jerusalemischen Tempelarchivs in ihrer Urgestalt. Band 1: Die Urkunden des ersten Buchs von Moses in ihrer Urgestalt. Halle 1798.
⢠Wilhelm Martin Leberecht de Wette: Dissertatio critica. Jena 1805.
⢠Julius Wellhausen: Die Composition des Hexateuchs und der historischen Bßcher des Alten Testaments. Berlin 1876.
⢠Julius Wellhausen: Prolegomena zur Geschichte Israels. Berlin 1878.
⢠Otto EiĂfeldt: Hexateuch-Synopse. Leipzig 1922.
⢠Martin Noth: Ăberlieferungsgeschichtliche Studien. Teil 1: Die sammelnden und bearbeitenden Geschichtswerke im Alten Testament (Schriften der KĂśnigsberger Gelehrten Gesellschaft, Geisteswissenschaftliche Klasse 18,2). Niemeyer, Halle 1943.
⢠Martin Noth: Ăberlieferungsgeschichte des Pentateuch. Kohlhammer, Stuttgart 1948.
Neuere Forschung
⢠Christoph Levin: Das Alte Testament. C. H. Beck, 2. Auflage, Mßnchen 2003, ISBN 3-406-44760-0.
⢠Reinhard Gregor Kratz: Die Komposition der erzählenden Bßcher des Alten Testaments. (UTB 2157). Vandenhoeck & Ruprecht, GÜttingen 2000, ISBN 3-8252-2157-1.
⢠Erhard Blum: Studien zur Komposition des Pentateuch (= Beihefte zur Zeitschrift fßr die Alttestamentliche Wissenschaft. Band 189). Walter de Gruyter, Berlin/New York 1990.
⢠Konrad Schmid: Erzväter und Exodus. Untersuchungen zur doppelten Begrßndung der Ursprßnge Israels innerhalb der Geschichtsbßcher des Alten Testaments. Neukirchen-Vluyn 1999.
⢠Erich Zenger u. a.: Einleitung in das Alte Testament. Kohlhammer, 6. Auflage, Stuttgart 2006, ISBN 3-17-019526-3.
⢠Hanna Liss, in Zusammenarbeit mit Anette M. BĂśckler und Bruno Landthaler: Tanach â Lehrbuch der jĂźdischen Bibel. 4., vĂśllig neu bearbeitete Auflage Universitätsverlag Winter, Heidelberg 2019, ISBN 978-3-8253-6850-0.
⢠Frank Crßsemann: Die Tora. Sonderausgabe: Theologie und Sozialgeschichte des alttestamentlichen Gesetzes. Gßtersloher Verlagshaus (1. Auflage 1992), Neuauflage 2005, ISBN 3-579-05212-8.
⢠Frank CrĂźsemann: MaĂstab: Tora. Israels Weisung fĂźr christliche Ethik. GĂźtersloher Verlagshaus, 1. Auflage 2003, ISBN 3-579-05197-0.
Forschungsberichte
⢠Cornelis Houtman: Der Pentateuch. Die Geschichte seiner Erforschung neben einer Auswertung. (CBETh 9) Kampen 1994, ISBN 90-390-0114-6.
⢠Edouard Naville: The Higher Criticism in Relation to the Pentateuch. Verlag Bibliobazaar, 2009, ISBN 1-110-47014-2.
Siehe auch
Weblinks
Commons
: Tora
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Wiktionary: Tora
â Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Ăbersetzungen
Wiktionary: Pentateuch
â Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Ăbersetzungen
⢠Die Torah in deutscher Sprache
⢠WÜchentliche Torah-Lesung
⢠Academy of Ancient Languages: Die hebräische Bibel kapitelweise als mp3
⢠Daniel Englbauer: Die Thora. Hochschule Neuendettelsau, WS 1996/97, Prof. Utzschneider (PDF; 415 kB)
⢠Hans Jochen Boecker: Das alttestamentliche Gerichtsverfahren
⢠Ludwig KÜhler: Die hebräische Rechtsgemeinde
⢠Halima Krausen: âFĂźhrung und Lichtâ â die Torah im Islam
Einzelnachweise
cite-note-11. â Eva-Maria Krech, Eberhard Stock, Ursula Hirschfeld, Lutz Christian Anders: Deutsches AussprachewĂśrterbuch. 1. Auflage. Walter de Gruyter, Berlin, New York 2009, ISBN 978-3-11-018202-6, S. 984.
cite-note-22. â Jan Christian Gertz: Tora und Vordere Propheten. In: Ders., Grundinformation Altes Testament. 6., Ăźberarbeitete und erweiterte Auflage. Vandenhoeck & Ruprecht, GĂśttingen 2019, ISBN 978-3-8252-5086-7, S. 193â312, hier S. 195.
cite-note-33. â David Stern: The Jewish Bible: A Material History. University of Washington Press, Seattle / London 2017, S. 32.
cite-note-44. â Liesel Franzheim: Judaica: KĂślnisches Stadtmuseum, KĂśln: KĂślnisches Stadtmuseum, 1980, (=Wissenschaftliche Kataloge des KĂślnischen Stadtmuseums; Bd. Judaica), S. 73 ff.
cite-note-55. â David Stern: The Jewish Bible. A Material History. University of Washington Press, Seattle / London 2017, S. 33 f. Sofer STaM: ein Schreiber, der Torarollen, Tefillin und Mezuzot anfertigt.
cite-note-66. â David Stern: The Jewish Bible. A Material History. University of Washington Press, Seattle / London 2017, S. 11 f.
cite-note-77. â GĂźnter Stemberger: Einleitung in Talmud und Midrasch, C.H.Beck, 9., vĂśllig neu bearbeitete Auflage, MĂźnchen 2011, S. 44.
cite-note-88. â GĂźnter Stemberger: Einleitung in Talmud und Midrasch, C.H.Beck, 9., vĂśllig neu bearbeitete Auflage, MĂźnchen 2011, S. 145.
cite-note-1010. â GĂźnter Stemberger: Einleitung in Talmud und Midrasch, C.H.Beck, 9., vĂśllig neu bearbeitete Auflage, MĂźnchen 2011, S. 126.
cite-note-1111. â GĂźnter Stemberger: Einleitung in Talmud und Midrasch, C.H.Beck, 9., vĂśllig neu bearbeitete Auflage, MĂźnchen 2011, S. 146.
cite-note-1212. â GĂźnter Stemberger: Einleitung in Talmud und Midrasch, C.H.Beck, 9., vĂśllig neu bearbeitete Auflage, MĂźnchen 2011, S. 151.
cite-note-1313. â Michael Pitkowsky: Art. Mizwot. In: Enzyklopädie jĂźdischer Geschichte und Kultur. Im Auftrag der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig herausgegeben von Dan Diner. Band 4, Metzler, Stuttgart 2013, S. 216 ff. hier S. 217.
cite-note-1414. â Jan Christian Gertz: Tora und Vordere Propheten. In: Ders., Grundinformation Altes Testament. 6., Ăźberarbeitete und erweiterte Auflage. Vandenhoeck & Ruprecht, GĂśttingen 2019, S. 193â312, hier S. 200.
cite-note-151. Wolfgang Kraus, Martin Karrer (Hrsg.): Septuaginta Deutsch. Das griechische Alte Testament in deutscher Ăbersetzung. Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart 2009, S. 4.
cite-note-162. Wolfgang Kraus, Martin Karrer (Hrsg.): Septuaginta Deutsch. Das griechische Alte Testament in deutscher Ăbersetzung. Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart 2009, S. 98: âDer griechische Name ⌠weist darauf hin, dass das inhaltliche Hauptgewicht ⌠auf AusfĂźhrungen zum Tempelkult liegt. Der Name erinnert auĂerdem an die Leviten. Doch werden diese im Buch nicht genannt und von der Septuaginta auch nicht nachgetragen.â
cite-note-173. Wolfgang Kraus, Martin Karrer (Hrsg.): Septuaginta Deutsch. Das griechische Alte Testament in deutscher Ăbersetzung. Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart 2009, S. 133: âDie hier ermittelten Zahlen konstituieren Israel sowohl als Volk wie als Religionsgemeinschaft.â
cite-note-184. Wolfgang Kraus, Martin Karrer (Hrsg.): Septuaginta Deutsch. Das griechische Alte Testament in deutscher Ăbersetzung. Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart 2009, S. 175.
cite-note-1-1919. â Jan Christian Gertz: Tora und Vordere Propheten. In: Ders., Grundinformation Altes Testament. 6., Ăźberarbeitete und erweiterte Auflage. Vandenhoeck & Ruprecht, GĂśttingen 2019, S. 193â312, hier S. 195.
cite-note-2020. â Jan Christian Gertz: Tora und Vordere Propheten. In: Ders., Grundinformation Altes Testament. 6., Ăźberarbeitete und erweiterte Auflage. Vandenhoeck & Ruprecht, GĂśttingen 2019, S. 193â312, hier S. 221.
cite-note-2121. â Jan Christian Gertz: Tora und Vordere Propheten. In: Ders., Grundinformation Altes Testament. 6., Ăźberarbeitete und erweiterte Auflage. Vandenhoeck & Ruprecht, GĂśttingen 2019, S. 193â312, hier S. 198.
cite-note-2222. â Karin Finsterbusch: Deuteronomium. Eine EinfĂźhrung. UTB 3626. Vandenhoeck & Ruprecht, GĂśttingen 2012, S. 27 f.
cite-note-2323. â Wolfgang Kraus, Martin Karrer (Hrsg.): Septuaginta Deutsch. Das griechische Alte Testament in deutscher Ăbersetzung. Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart 2009, S. 3 f.
cite-note-2424. â Wolfgang Kraus, Martin Karrer (Hrsg.): Septuaginta Deutsch. Das griechische Alte Testament in deutscher Ăbersetzung. Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart 2009, S. 56.
cite-note-2525. â Wolfgang Kraus, Martin Karrer (Hrsg.): Septuaginta Deutsch. Das griechische Alte Testament in deutscher Ăbersetzung. Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart 2009, S. 98 f.
cite-note-2626. â Wolfgang Kraus, Martin Karrer (Hrsg.): Septuaginta Deutsch. Das griechische Alte Testament in deutscher Ăbersetzung. Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart 2009, S. 133.
cite-note-2727. â Wolfgang Kraus, Martin Karrer (Hrsg.): Septuaginta Deutsch. Das griechische Alte Testament in deutscher Ăbersetzung. Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart 2009, S. 176.
cite-note-2828. â Jeschajahu Leibowitz, Michael Shashar: Gespräche Ăźber Gott und die Welt. Insel, Frankfurt/M. und Leipzig 1994, S. 129.
cite-note-2929. â Central Conference of American Rabbis: Reform Judaism: A Centenary Perspective.
cite-note-3030. â Eugene B. Borowitz: Reform Judaism Today. Behrman House, Springfield 1983, S. 145 f.
cite-note-3131. â Eugene B. Borowitz: Reform Judaism Today. Behrman House, Springfield 1983, S. 149â153.
cite-note-3232. â Central Conference of American Rabbis: Declaration of Principles
cite-note-stegemann263-3333. â Wolfgang Stegemann: Jesus und seine Zeit, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-17-012339-7, S. 263â266.
cite-note-3434. â Wolfgang Stegemann: Jesus und seine Zeit, 2010, S. 220 f., 263â266, 275 f.
cite-note-3535. â Richard Elliot Friedman: Wer schrieb die Bibel. So entstand das Alte Testament. Anaconda Verlag, KĂśln 2007, ISBN 978-3-86647-144-3, S. 21.
cite-note-0-3636. â Jan Christian Gertz: Tora und Vordere Propheten. In: Ders., Grundinformation Altes Testament. 6., Ăźberarbeitete und erweiterte Auflage. Vandenhoeck & Ruprecht, GĂśttingen 2019, S. 193â312, hier S. 204.
cite-note-3737. â Vgl. Astruc, Conjectures, S. 143 f.
cite-note-3838. â Vgl. Eichhorn, Einleitung III, S. 22 f.
cite-note-3939. â Jan Christian Gertz: Tora und Vordere Propheten. In: Ders., Grundinformation Altes Testament. 6., Ăźberarbeitete und erweiterte Auflage. Vandenhoeck & Ruprecht, GĂśttingen 2019, S. 193â312, hier S. 205.
cite-note-4040. â Wellhausen datierte den Jahwisten in die fortgeschrittene KĂśnigszeit, 9./8. Jahrhundert. Die These, der Jahwist habe am Hof KĂśnig Salomos gewirkt in einer Zeit kultureller BlĂźte (âsalomonische Aufklärungâ), ermĂśglicht durch ein davidisch-salomonisches GroĂreich, geht auf Gerhard von Rad zurĂźck. Vgl. Jan Christian Gertz: Tora und Vordere Propheten. In: Ders., Grundinformation Altes Testament. 6., Ăźberarbeitete und erweiterte Auflage. Vandenhoeck & Ruprecht, GĂśttingen 2019, S. 193â312, hier S. 206 f., Anm. 6.
cite-note-4141. â Vgl. Wellhausen, Prolegomena, S. 8.
cite-note-4242. â Gerhard von Rad: Altes Testament, Piper, 23.
cite-note-4343. â Jan Christian Gertz: Tora und Vordere Propheten. In: Ders., Grundinformation Altes Testament. 6., Ăźberarbeitete und erweiterte Auflage. Vandenhoeck & Ruprecht, GĂśttingen 2019, S. 193â312, hier S. 211.
cite-note-4444. â Reinhard Gregor Kratz: Der vor- und der nachpriesterschriftliche Hexateuch. In: Jan Christian Gertz, Konrad Schmid, Markus Witte (Hrsg.): Abschied vom Jahwisten: Die Komposition des Hexateuch in der jĂźngsten Diskussion. Walter de Gruyter, Berlin / New York 2002, S. 295â324, hier S. 295.
cite-note-4545. â Jan Christian Gertz: Tora und Vordere Propheten. In: Ders., Grundinformation Altes Testament. 6., Ăźberarbeitete und erweiterte Auflage. Vandenhoeck & Ruprecht, GĂśttingen 2019, S. 193â312, hier S. 281 f.
cite-note-4646. â Vgl. Zenger, Einleitung, 100â106.